Die Inseln der Provinz Grosseto

Die Inseln der Provinz Grosseto

Zur Provinz Grosseto gehören die Inseln Giglio, Giannutri, die kleine Inselgruppe Formiche di Grosseto, Isolotto dello Sparviero und Isolotto.  Mit einer Größe von 21 km2 ist die Insel Giglio die zweitgrößte Insel des toskanischen Archipels. Bis vor wenigen Jahren war Giglio eher ein Geheimtipp. Allerdings wurde die Insel weltweit durch das Unglück des Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia bekannt. Am Abend des 13. Januar 2012 lief das Kreuzfahrtschiff bei mildem Wetter und ruhiger See aufgrund eines fahrlässigen Gruß-Manövers vonseiten des Kapitäns Francesco Schettino auf einen Felsen im Meer in etwa 500 m Entfernung vor der Insel auf und riss ein über 70 m langes Loch in den Bug. Wasser strömte hinein und brachte das Schiff in eine Schieflage.

Blick auf Giglio Porto, Insel Giglio Provinz Grosseto Toskana

Blick auf Giglio Porto, Insel Giglio Provinz Grosseto Toskana

Insgesamt kamen 32 Menschen ums Leben; die restlichen 4200 Passagiere und Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden. Ganze zweieinhalb Jahre lag das Kreuzfahrtschiff direkt vor der Insel. Während dieser Zeit tümmelten sich viele hunderte von Spezialisten, vom Bergungsspezialisten, Taucher bis zum Meeresbiologen, Journalisten aus aller Welt, Urlauber sowie natürlich Tagesbesucher auf der Insel. Während dieser Zeit wurde der Meeresriese komplett ausgebaut und in eine gerade Lage gebracht, um ihn sicher abtransportieren zu können.

Schlendern durch die Gassen von Giglio Porto, Insel Giglio

Schlendern durch die Gassen von Giglio Porto, Insel Giglio Provinz Grosseto Toskana

Nach dem Abschleppen der Costa Concordia von der Insel Giglio im Juli 2014 zogen in den darauffolgenden Monaten auch die Arbeiter ab und mit ihnen die vielen Tagestouristen, die aus aller Welt herkamen, um das riesige Schiffswrack wenigstens einmal vor dieser kleinen Insel gesehen zu haben. Im Sommer 2012 begleitete ich bei den Dreharbeiten über das Wrack und den Katastrophentourismus einen Reporter der Deutschen Welle als Dolmetscher, dessen Reportage die Situation sehr deutlich macht. Seit Abzug der Arbeiten ist die Insel wieder etwas zur Ihrem Ursprung zurückgkehrt, ein Taucher- und Naturparadies, fernab von jedem Massentourismus. Man erreicht die Insel Giglio mit der Fähre von Porto S. Stefano, in etwa einer Stunde Fahrt.

Blick auf den Sandstrand von Giglio Campese

Blick auf den Sandstrand von Giglio Campese

Während der Sommermonate kann man das Auto nur mit einer schriftlichen Genehmigung mitführen. In Porto S. Stefano gibt es allerdings gebührenpflichtige Parkplätze, wo man das Auto stehen lassen kann.
Die Insel Giglio war bereits eine etruskische Siedlung und nach zahlreichen Herrschaftswechseln ging sie schließlich an das Großherzogtum der Toskana. Im 19. Jahrhundert wurde sie als Strafkolonie genutzt. Auf der gesamten Insel gibt es nur drei Orte, die alle mit dem Inselbus erreichbar sind: der Hafenort Giglio Porto, das kleine, in eine Bucht gemauerte Dorf Campese sowie auf dem Hügel die ehemalige Festung Giglio Castello. Die Fähre legt in Giglio Porto an, dass auch noch nichts von seinem charakteristischen Aussehen eines alten Fischerdorfes verloren hat. Südlich von Giglio Porto befinden sich die wunderschönen Badebuchten Cala delle Cannelle und Cala degli Alberi. Erstere wird übrigens zu den schönsten Stränden Italiens gezählt.

Die Inselbusse - Verbindung von Giglio Porto nach Giglio Castello und Campese, Insel Giglio Provinz Grosseto toskanischer Archipel Toskana

Die Inselbusse – Verbindung von Giglio Porto nach Giglio Castello und Campese.

Der Ort Giglio Castello befindet sich 6 km von Giglio Porto entfernt, in einer Höhe von 400 m. Der Ort wird von einer Burg beherrscht, deren Mauergürtel im 14. Jahrhundert zum Schutze gegen die Sarazenen errichtet wurde. Campese wird von einem Turm dominiert, der während der spanischen Besetzung errichtet wurde. Hier befindet sich auch der größte Sandstrand der Insel. Die Spitze der Badebucht wird von Klippen, den sogenannten Faraglioni geformt. Eine Insel-Legende besagt, dass man nach Sonnenuntergang Stimmen, die vom Meer herkommen, hören kann. Diese stammten von den Matrosen aus Genua, die im Kampf gegen Friedrich II im 13. Jahrhundert ums Leben gekommen waren. Neben dem Badeparadies ist die Insel auch ideal für Trekkingtouren in der herrlichen Natur. Sind Sie reif für die Insel, dann könnte Giglio das Richtige für Sie sein.

Insel Giannutri

Insel Giannutri

Die Insel Giannutri hat die Form eines Halbmondes, der sich auf nur 2,6 k m2 ausdehnt. Sie ist die südlichste und mit Gorgona auch die kleinste Insel des toskanischen Archipels. Auch Giannutri erreicht man mit der Fähre von Porto S. Stefano. Diese Insel ist ein Naturreservat, wo es weder Hotels noch Autos gibt, nur einige Villen, die man auch für die Ferien mieten kann. Auf Grund ihrer Sichelform, wurde sie von den Griechen Artemisia und später von den Römern Dianum genannt. Vom 10. Jahrhundert an wurde sie von Mönchen bewohnt. Später wurde sie, wie auch Giglio, Flottenstützpunkt von Pisa und ging schließlich an das Großherzogtum der Toskana über. 1861 wurde der einzige Leuchtturm der Insel errichtet. Zur gleichen Zeit wurde sie von Gualtiero Adami bewohnt, der anfangs die Insel gemietet hatte und schließlich deren Besitzer wurde. Er führte dort bis 1922, gemeinsam mit seiner Nichte und Geliebten, ein Leben wie Robinson Crusoe. Man sagt, dass nach seinem Tode seine Geliebte die Insel nicht verlassen wollte und sich somit in ein wildes Wesen der Macchia (dt. Mediterraner Wald) verwandelte, deren Geist man noch heute dort treffen könne.

Villa Romana - Insel Giannutri

Villa Romana – Insel Giannutri

In Cala Spalmatoio, in Richtung des Monte Mario befinden sich die Häuser, die in erster Linie für die Ferien genutzt werden. Der größte Teil der Insel besteht aus Felsen und nur im nord-westlichen Teil gibt es traumhafte Sandstrände. Das Wasser vor der Insel ist ideal zum Tauchen. Auf der nördlichen Seite der Insel befindet sich die römische Villa Domizia aus dem 1. Jahrhundert, die von den Domizi Enobarbi errichtet wurde, von denen auch Nerone abstammte. Diese wurde neu restauriert und erst im Juni 2015 wieder für Besucher eröffnet. Zu Beginn des Mittelalters wurde die Insel als Versteck von Piraten genutzt. Man erreicht die Insel entweder ab Porto Santo Stefano oder ab Giglio Porto. Desweiteren werden auch von anderen Orten wie Castiglione della Pescaia, Talamone oder Porto Santo Stefano Mini-Kreuzfahrten (Mini Crociere) angeboten.

Isolotto dello Sparviero - Punta Ala - Toskanischer Archipel

Isolotto dello Sparviero – Punta Ala

Zu den anderen, sehr kleinen Inseln führen keine Minikreuzfahrten oder Fähren. Diese sind die Inselgruppe Formiche di Grosseto, vor dem Parco Naturale della Maremma, die Insel Isolotto, direkt vor Porto Ercole, auf der Halbinsel des Monte Argentario sowie Isolotto dello Sparviero, vor dem renomierten Badeort Punta Ala. Von den Einheimischen wird „Lo Sparviero“ auch als Isolotto della Troia bezeichnet. Grund dafür sind dei kleinen Felse, welche kleinen Schweinchen beim Milchsaugen der Mutter ähneln sollten. Auf dem Isolotto dello Sparviero gibt es noch heute den mittelalterlichen Wachturm Torre degli Appiani. Ansonsten verfügt die Insel über keine Gebäude. Die Inselgruppe Formiche di Grosseto, heißt übersetzt die „Ameisen von Grosseto“ sind drei kleine Inseln, die 28 km von Porto Santo Stefano entfernt liegen. Auch auf ihnen gibt es mit Ausnahme des Leuchtturmes auf der größten „Ameise“ keine Gebäude. Haupteinwohner all dieser Inseln sind Möwen und andere Wasservogelarten. Desweiteren sind sie bei Tauchern sehr beliebt.

Taucher im Meer des toskanischen Archipel

Taucher im Meer des toskanischen Archipel

 

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