Florenz, süd-westliche Richtung
Nur 5 km südlich von Florenz befindet die Kartause
namens Certosa di Galuzzo, ein ehemaliges Kloster,
von dem man sagt, dass es eines der schönsten in Italien
sei. Die Kartause wurde 1342 vom florentinischen adligen Niccolò
Acciaioli gegründet. Der Name Kartause stammt
aus dem südfranzösichen Chartreuse, in der Nähe von
Grenoble, wo Klausurmönche einen Orden ins Leben riefen. In
ihrem Inneren befinden sich heute eine Pinakothek sowie das Chiostrino
dei Conversi (dt. das kleine Kiosk der Laienbrüder).
Von hier aus geht
es dann nach Montelupo Fiorentino, das in der
gesamten Welt für die dort hergestellte Keramik berühmt
ist. Da Montelupo nicht weit von Florenz entfernt ist,
erbauten viele reiche Florentiner in der nahen Umgebung
wunderschöne Landvillen.
Ein Beispiel dafür ist die Villa
Ambrogina, von Buontalenti erbaut, der auch der
Architekt der florentinischen Festung Forte Belvedere
und wie der Name schon suggeriert, einen herrlichen Blick
über Florenz bietet. Sehenswürdig ist das Museo
Archeologico e della Ceramica. Nach nur wenigen Minuten
Autofahrt erreichen wir Empoli, eine Stadt, die heute
etwa 45.000 Einwohner hat und für die Glasherstellung
berühmt ist. Im historischen Zentrum kann man noch heute
Teile der Stadtmauer aus dem 15. Jh. bewundern. Bei einem
Bummel durch die einladenden Geschäfte der Innenstadt,
sollte man auch einen Abstecher in die Pinakothek,
das Museum der Stiftskirche (Museo della Collegiata)
machen. Man sollte sich
außerdem das Museo del Vetro ansehen, das unter
anderem die Entwicklung der Chianti-Weinflasche, dem
sogenannten Fiasko dokumentiert.
Der kleine Ort Vinci befindet sich
auf einem saftig grünen Hügel des Monte Albano
gelegen und wird von Olivenhainen und Weinbergen umgeben.
Vinci ist in der gesamten Welt für seinen Erfinder Leonardo
da Vinci berühmt, der allerdings nicht direkt in Vinci,
sondern nur wenige Kilometer außerhalb, in Anchiano,
geboren wurde. Der Geburtsort ist der Gutshof seines Vaters,
der ein angesehener Notar war. In Vinci sollte man unbedingt
das Museo Leonardiano besuchen. Hier kann man
Modelle bewundern, die nach den Zeichnungen Leonardo da Vincis
gebaut wurden.
Die Gründung des Ortes Cerreto Guidi
geht wahrscheinlich auf das 1. Jh. zurück. Nur etwa hundert
Jahre später wurde es Lehen der Conti Guidi, die dort auch
eine Festung errichteten. Im 12. Jahrhundert verkauften
diese den Ort an die Florentiner, die im Jahre 1337 einen
zweiten Mauerring errichteten. 1565 ließ
Cosimo I de' Medici die Festungsanlage von Buontalenti in
eine Villa umbauen. Sie wurde durch den Mord seiner Tochter
Isabella berühmt.
Ihr Mann, Paolo Orsini, war hinter ihr
Verhältnis mit Troilo Orsini di Monterotondo gekommen und
hatte sie daraufhin getötet. Im Inneren der Villa befindet
sich heute ein Museum mit einer Portrait-Galerie der Medici.
Die nächste Etappe ist Castelfiorentino,
das bereits im 12. Jahrhundert zu Florenz gehörte. Wie
bereits der Name verrät (it. castel = dt. Festung; it.
fiorentino = dt. florentinisch), handelte es sich um eine
florentinische Festung, die zur Verteidigung gegen die
Sienesen errichtet wurde. Sehenswert, das Museum mit den
Fresken von Benozzo Gozzoli, die sich ursprünglich
im Oratorio della Madonna della Tosse und der Cappella
della Visitazione befanden. Nur wenige Kilometer
entfernt befindet sich Montaione. Die zahlreichen
Ausgrabungen beweisen, dass der Ort bereits von den Etruskern
besiedelt war. Im Mittelalter stand der Ort in ständigem
Kontrast mit den nahegelegenen selbständige Gemeinden San
Miniato, San Gimignano und Volterra. In der zweiten Hälfte
des 14. Jahrhunderts ging der Ort an Florenz. Sehenswert ist
der
Plazzo Pretorio, aus dem 15. Jahrhundert. Certaldo,
der Ort, in dem Giovanni Boccaccio, Sohn eines
florentinischen Händlers sowie berühmter Schriftsteller
und Humanist, bis 1375 sein Leben verbrachte. Sein
bekanntestes Werk ist der "Decamerone", das
die Geschichte einer Gruppe von Adeligen, die vor der Pest
in Florenz, in eine Villa in Fiesole geflüchtet waren,
erzählt. Der mittelalterliche Ort Certaldo ist in
zwei Teile geteilt: Certaldo Alto, mittelalterliches
Zentrum, das sich auf einem Hügel befindet sowie das
moderne Stadtteil im Tal. In Certaldo Alto befindet sich
auch das Haus von Boccaccio ("Casa di Boccaccio").