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Das Inland der Maremma
Der Monte Amiata, der einst Monte
Pientio hieß ist mit seinen 1.738 m Höhe einer der
höchsten Berge der Toskana und ist ein erloschener Vulkan.
Auf seinem Gipfel wurde ein Eisenkreuz aufgestellt. Während
der Wintermonate gibt es hier Skipisten und während der
Sommermonate ist l'Amiata, wie ihn die
Einheimischen nennen, der ideale Ort, um vor der Hitze und
den überfüllten Stränden zu flüchten. Man kann hier
ausgiebige Wanderungen, Ausflüge zu Pferd oder mit dem
Mountainbike unternehmen.
Von Grosseto aus geht es in Richtung Arcidosso,
ein kleines Dorf auf der Westseite des Amiata, das sich in
661 m Höhe befindet. Arcidosso wurde zum ersten Mal in
Dokumenten aus dem Jahre 860 als Eigentum der Abbazia San
Salvatore (dt. Die Abtei des heiligen Erlösers)
erwähnt. Sehenswert ist die Burg der Aldobrandeschi (it. castello
aldobrandesco).
Castel
del Piano erhielt seinen Namen auf Grund seiner
herrlichen Hügellage, welche auch von Papst Pio II. in
seinen Commentari (dt. Kommentare) kommentiert wurde.
Die Geschichte von Castel del Piano ähnelt der von
Arcidosso. Sehenswürdig ist der Torre dell'Orologio
(dt. Uhrturm), durch den man in das historische Zentrum des
Ortes gelangt. Die Abbadia di S. Salvatore hat auch
dem Ort ihren Namen verliehen, der im Jahre 743 von den
Langobarden gegründet wurde. Genau unterhalb der Abtei
befand sich die wichtige Verbindungsstraße Via
Francigena (dt. Frankenstraße), die Rom mit Norditalien
verband. Auf Grund dieser wichtigen strategischen Position
gelang es dem Ort, seinen Reichtum und die Machtposition
enorm auszubauen.
Im Jahre 1036 wurde die heute noch
existierende Kirche geweiht.
Die Abtei selbst ist heute
nicht mehr existent. In der historischen Innenstadt befindet
sich die Burg der Grafen von Santa Fiora.
Der Ort Santa
Fiora befindet sich auf einem Felsen in 687 m Höhe. Der
Hauptplatz des Ortes, die Piazza Garibaldi, wurde auf
den Resten der Aldobrandeschi-Burg errichtet, an deren Rande
sich auch der Palazzo der Familie Sforza-Cesarini
befindet. Unterhalb des Ortes entspringt der Fluß Fiora.
Hier wurde im 18. Jahrhundert ein künstlicher Fischteich Pescheria
angelegt. Die Nächste Etappe ist der Tierpark (it.
Parco Faunistico), der noch Teil der Gemeinde Arcidosso ist.
Hier kann man wilde, vom aussterben bedrohte Tiere wie
Wölfe, Stachelschweine, Mufflons, Damwild sowie seltene
Vogelarten bewundern. Der Eingang des Parkes befindet sich
im Ort Zancona.
Von Grosseto aus geht es über die
Schnellstraße SS1 in Richtung Rom. Auf der Höhe von Albinia
fährt man von der Superstrada ab und kommt dann auf
die Staatsstraße in Richtung Manciano, Pitigliano. Manciano
befindet sich auf einem Hügel mit einem herrlichen
Panoramablick auf das Meer und den Monte Argentario
(dt. Silberberg) mit der davorstehenden Insel Giglio sowie
auf der Gegenseite, auf den Monte Amiata.
Im Mittelalter
stand es unter der Herrschaft des Adelsgeschlechtes der
Aldobrandeschi, die auch die Burg, il Cassero
Aldobrandeschi Senese, mit dem Turm um 1350 errichteten.
Sehenswert ist das Museo della Preistoria e della
Protostoria della Valle di Fiora.
Anschließend geht es dann weiter in
nord-östliche Richtung, bis Pitigliano, Cittadina
del Tufo (dt. Die Tuffsteinstadt), auf einem
Tuffsteinfelsen errichtet. Die Herrscherfamilie Orsini ließ
hier im Mittelalter Kirchen und Gebäude (it. Palazzi)
erbauen. Ihnen folgten die florentinischen Familien Strozzi
und Medici und am Ende die Lothringer.
Das Symbol von
Pitilgiano ist das 1545 errichtete Aquädukt mit seinen 15
Bögen. Die Faszination Pitiglianos sind die engen Gäßchen
mit den Renaissance Palästen, wie der Palazzo Orsini, in
dessen Inneren sich heute das Museo Civico Archeologico
befindet. Unterhalb von Pitigliano sieht man Löcher, die an
einen Taubenschlag erinnern und einst den Etruskern als
Grabkammern dienten. In der Gegend um Pitigliano wird der
DOC-Weißwein Bianco di Pitigliano angebaut. Fährt
man nun noch weiter in nord-östliche Richtung, kommt man
nach Sorano, einem kleinen Ort, der ebenfalls auf
einem Tuffsteinfelsen errichtet wurde. Während der
etruskischen Herrschaft war Sorano der Hauptort des
Fioratales.
Im Mittelalter ähnelt seine Geschichte der von
Pitigliano. Zum Abschluß unserer Trilogie der auf
Tuffsteinfelsen errichteten Orte geht es dann weiter in
süd-östliche Richtung nach Sovana. Noch heute kann
man die enorme Bedeutung Sovanas für die Etrusker an den
vielen Nekropolen der Umgebung erkennen. Die Gräber wurden
in die Wände des Tuffsteines gegraben und auf Grund ihrer
Form als Colombari (dt. Kolumbarien) bezeichnet. Die
Bezeichnung stammt aus dem lateinischen Ausdruck
Taubenschlag, wegen der taubenschlagartig angeordneten
Nischen. Die besterhaltene und größte Grabkammer der
Umgebung ist die Tomba Ildebranda aus dem 3.
Jh.v.Chr., die ihren Namen zu Ehren von Ildebrando di
Sovana erhielt, später Papst Gregor VII. Es handelt
sich hier um einen richtigen Tempel. Außerdem sollte man
sich die Grotta Paola, die Tomba della Sirena sowie die
Tomba del Tifone ansehen.
Im Mittelalter war Sovana die Hauptstadt
der Adelsfamilie der Aldobrandeschi, von deren Bauten heute
nur noch die Rocca (dt. Burg) übriggeblieben ist.
Den Aldobrandeschi folgte die sienesische Herrscherfamilie
Orsini, die Sovana schließlich zu seinem wirtschaftlichen
Verfall brachte. Sehenswert sind an der Piazza Pretorio
der gleichnamige Palazzo aus dem 13. Jahrhundert.
Gegenüber befindet sich die Kirche S. Maria mit ihrem
besonderen Baldachinaltar aus dem 16. Jahrhundert. Verläßt
man das historische Zentrum, so kommt man zum Dom, dessen
Bau auf das 9. Jahrhundert zurückgeht.
Saturnia wird als älteste Stadt
Italiens bezeichnet. Die Etrusker nannten sie Aurinia,
während die Römer sie nach ihrem italischen Gott Saturno
Saturnia benannten. Auch Saturnia stand im Mittelalter unter
der Herrschaft der Aldobrandeschi, bis es im 13. Jahrhundert
von den Sienesen erobert und ausgeraubt wurde, was zu seiner
Vernichtung führte. Bis zum 20. Jahrhundert war es eine
verfallene Geisterstadt, bis seine Thermen (Cascata del
Molino) schließlich erneuten wirtschaftlichen
Aufschwung brachten. Von hier aus lohnt sich ein Abstecher
zum nahegelegenen Montemerano mit seiner Priesterkirche S.
Giorgio der sienesischen Schule.
Scansano ist der ideale Ort, um
typische maremmanische Produkte in Begleitung des
phantastischen Rotweines Morellino di Scansano zu
kosten. Der Ausflug endet mit einem Besuch in Magliano in
Toscana, süd-westlich von Scansano. Magliano wurde auf
den Resten der etruskischen Stadt Hepa erbaut, die
von den Römern Heba genannt wurde. In der Nähe des
Ortes befinden sich zahlreiche etruskischen Nekropolen. Das
Zentrum wird von einem Mauerring (13. - 14. Jh.)
eingeschlossen. Durch die Porta Nuova gelangt man in
das historische Zentrum mit dem Palazzo dei Priori,
dem Palazzo del Capitano sowie dem Palazzetto di
Checco il Bello. An der Piazza della Repubblica
befindet sich die romanische Kirche S. Giovanni Battista,
welche mehrmals umgebaut wurde.
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