Die Provinz Livorno beginnt nur wenige
Kilometer nördlich der gleichnamigen Stadt über etwa 100
km entlang der Küste, bis Follonica. Dieser Küstenstrich
wird auf Grund der zahlreichen etruskischen Siedlungen auch Costa
degli Etruschi (dt. Etruskerküste) genannt. An der
Küste befindern sich bekannte Badeorte wie Castiglioncello,
Quercianella, Donoratico, Bibbona, Populonia und Piombino.
Teil der Provinz sind die Inseln von Norden nach Süden
gehend: Gorgona, Capraia, Elba und Pianosa.
Livorno befindet sich etwa 20 km von
Pisa entfernt. Mit seinen 180.000 Einwohnern ist die Stadt
die zweitgrößte der Toskana. Außerdem befindet sich in
Livorno der drittgrößte Containerhafen Italiens. Vom Hafen
aus erreicht man Sizilien, Sardinien und Korsika sowie die
toskanischen Inseln Elba und Capraia. Etwas weiter nördlich
befindet sich der Industriehafen Darsena.
Unter dem Namen Liburnia wurde die
Stadt zum ersten Mal im 1. Jh. erwähnt, obwohl die Römer
sie bereits vorher als Rastort während der Reisen entlang
der Via Aurelia nutzten. Bis zur Ankunft der Medici,
stand Livorno lange Zeit unter ständig wechselnden
Herrschern.
Der Kardinal Giulio de' Medici, der
später Papst Clemens VII. wurde, ließ zwischen 1518 und
1534 die Darsena Vecchia (dt. das alte Hafenbecken)
und die Fortezza Vecchia (dt. die alte Festung) nach
den Zeichnungen von Antonio da Sangallo bauen. Amerigo
Vespucci und Giovanni da Verrazzano starteten von
Livorno ihre Entdeckungsreisen. Im 16. Jahrhundert erreichte
Livorno seinen wirtschaftlichen Höhepunkt. Ferdinand I.
hatte die Intension, Livorno die wichtigste Hafenstadt des
Staates werden zu lassen. Um dies zu erreichen, ließ er
nach den Plänen von Bernardo Buontalenti den Hafen
vergrößern.
Auf der Piazza Giuseppe Micheli,
in der Nähe der Fortezza Vecchia befindet sich das
Monument der Quattro Mori (dt. die vier Neger), das
zu Ehren Ferdinands I. im 16. Jh. von Giovanni Bandini
errichtet und von Pietro Tacca im 17. Jh. fertiggestellt
wurde.
Geht man vom Hafen aus über die Via Grande,
kommt man zur Fortezza Nuova (dt. die neue Festung),
die Giovanni de' Medici 1590 errichten ließ. Sie ist vom Fosso
Reale (dt. königlicher Wassergraben) umgeben. Durch die
Fossi Medici (dt. Medici-Wassergraben), die Kanäle
des sogenannten neuen Venedigs, welche die Festung mit dem
Hafen verbinden, kommt man zur Piazza Grande mit dem Dom
San Francesco.
Seit 1881 befindet sich in der Viale
Italia (die Meerespromenade), die Accademia Navale
della Marina (dt. Marineakademie). Entlang der Viale
Italia kann man bis zur Terrazza Mascagni
spazieren gehen, von der aus man einen herrlichen Blick auf
das Meer und die gegenüberliegende Insel Gorgona hat. An
der Meerespromenade befindet sich außerdem das städtische
Aquarium Diacinto Cestoni, das auch das
Universitätszentrum für Meeresbiologie ist. Im zweiten
Weltkrieg wurde ein Großteil der Stadt Livorno zerstört.
Davon wurden leider nicht alle zerstörten Teile wieder
aufgebaut.