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Reiseführer Toskana  Reiseführer Toskana: Die Insel Elba

4. LIVORNO

 

Elba, die Eiseninsel

Vom Hafen in Piombino fährt man mit der Fähre zur Insel Elba. Nach etwa einer Stunde und 10 km Fahrt, erreicht man Elba. Die Insel hat eine Fläche von 223 km2 und ist die größte Insel des toskanischen Archipels. Die Geschichte der Insel beginnt mit der Besetzung von Seiten der Griechen im 6. Jh.v.Chr., die sie Aethalia nannten. Dieser Name stammt von aìtalos, was Ruß bedeutet. Vom Ruß waren auch die Arbeiter bedeckt, die das Eisen verarbeiteten. Anschließend wurde die Insel von den Etruskern eingenommen, gefolgt von den Römern. Jahrhunderte später folgten die Pisaner, Genuesen, Spanier und zuletzt die Franzosen unter Napoleon Bonaparte. Noch heute haben all diese Herrscher ihre Spuren sowohl in der elbanischen Bauweise als auch in der Sprache der Elbaner hinterlassen. Über Jahrhunderte verriet der Rauch der Eisenverschmelzung die Lage Elbas, weshalb die Insel oft von Piraten angegriffen und beraubt wurde. Zwischen Mai 1814 und Ende Februar 1815 wurde Elba unabhängiges Reich unter Napoleon. Der Name der Hafenstadt Portoferraio spiegelt auch seine Herkunft wieder: Porto del Ferro (dt. Eisenhafen)! Portoferraio wurde von den Griechen Argon und von den Römern Fabricia genannt. Die Medici gaben ihr den Namen Cosmopoli. Sie ließen auch drei strategische Verteidigungspunkte errichten: die Fortezza Linguella, die wie bereits der Name suggeriert, die Landzunge (it. lingua di Terra) dominiert. In nord-östlicher Lage befindet sich das sternförmige Forte Stella und in nord-westlicher Lage das Forte del Falcone. In der Nähe des Forte Falcone befindet sich das kleine napoleonische Schloß Villa dei Mulini, das von Napoleon als Wohnsitz umgebaut wurde. Im Inneren befindet sich die Bibliothek, die er von Fontaienbleau kommen ließ. Geht man zurück in Richtung Hafen, kommt man an der Via Garibaldi vorbei, in der sich das Museo Napoleonico befindet, das den Bronzeguß der Totenmaske sowie den der Hand Napoleons aufbewahrt. Nicht weit vom Forte Linguella entfernt, befindet sich das Museo Archeologico mit interessanten etruskischen und römischen Fundstücken.

Von Portoferraio geht es in Richtung Marciana Marina. Nach etwa 6 km erreicht man die Villa Napoleonica, am Hang des Berges Monte di San Martino, die einst Sommerresidenz Napoleons war. Marciana Marina wird von einem Turm, der von den Medici im 15. Jahrhundert erbaut wurde, dominiert. Der Ort hat noch heute die Romantik eines Fischerdorfes bewahrt. Hier entstand die erste Siedlung von Fischern und Seemännern der Insel. Oberhalb des Ortes Marciana Marina befindet sich Poggio, der antike Ort Podium Jovis. Danach kommt der Ort Marciana, von dem aus man entweder zu Fuß oder mit dem Lift den Monte Capanne (1.018 m), den höchsten Berg der Insel Elba, erreicht. Ein etwas weniger anstrengender Fußweg ist ein Ausflug zum Monte Perone (630 m), wo man noch eine unberührte Flora und Fauna bewundern kann. Hier entspringt das reinste Wasser der Insel. Die nächste Station ist Marina di Campo, wo sich auch der Inselflughafen befindet. Oberhalb des Ortes befindet sich ein Medici-Turm, von dem aus man den langen Sandstrand des Ortes überblickt. Fährt man weiter in Richtung Osten, kommt man nach Lacona, am gleichnamigen Golf gelegen. Von hier aus geht es dann weiter nach Capoliveri, im Mittelalter der Hauptort der Insel. Dank seiner strategischen Position ließen die Pisaner hier eine Stadtfestung errichten. Die Etrusker hinterließen hier bereits hier ihre Spuren in Form von Mauerresten und Nekropolen. Weiter geht es zum malerischen Badeort Porto Azzurro, der von der Festung von Porto Longone beherrscht wird. Diese wurde im 17. Jahrhundert, während der spanischen Besetzung erbaut. In ihrem Inneren befindet sich heute ein Gefängnis. Nur wenige Kilometer entfernt befindet sich Rio nell'Elba, ein antikes Dorf, Zentrum des Erzabbaus. Im darunterliegenden Ort Rio Marina befindet sich der Hafen, von dem aus das Erz transportiert wurde. Heute ist aus dem Hafen ein kleiner Jachthafen geworden. Sehenswert das Museo dei Minerali Minerario. Fährt man weiter in nördliche Richtung, kommt man nach Cavo, in einer wunderschönen Bucht gelegen. 

 

 
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