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Die Stadt Lucca
Die Provinz Lucca dehnt sich nördlich
bis zur Garfagnana, im Osten entlang der Küste der Versilia
und im Westen bis zur Provinz Pistoia. Heute rühmt sich diese Provinz
das beste
Olivenöl der Toskana zu produzieren.
Der Name Lucca stammt aus dem
keltisch-ligurischen Wort luk, das sumpfiger Ort
bedeutet. Bis zur Machtübernahme seitens der Etrusker im 5.
Jh.v.Chr., war es eine ligurische Siedlung. Nach den Etruskern
folgten die Römer und 89 v.Chr. erhielt Lucca das
Recht der Kommune. Nach dem Fall des römischen Reichs,
folgten die Goten und Langobarden, unter deren
Herrschaft Lucca die Hauptstadt von Tuscia wurde, bis
es von Florenz abgelöst wird. Im
11.Jahrhundert wurde Lucca unabhängige Kommune und am Ende
des 14. Jahrhunderts Republik.
Seit 1400 wurde es von Paolo
Guinigi regiert, dessen Frau Ilaria im Dom in der
sogenannten Tomba di Ilaria Carretto (dt. das Grab
der Ilaria Carretto) verewigt wurde; ein Meisterwerk von
Jacopo della Quercia. Bis zur Ankunft von Napoleon
Bonaparte im Jahre 1799, blieb Lucca unabhängige
Kommune. Elisa di Baciocchi, berühmte Schwester von
Napoleon, wurde die Großherzogin von Lucca, die gemeinsam
mit ihrem Mann Felice Bacocchi im Stadtviertel Parata im Palazzo,
der einige Jahrhunderte vorher der Wohnsitz von Paolo
Giunigi war, residierte. Elisa wollte den Palazzo im Stile
des Schlosses von Versailles umbauen und ließ somit Möbel
aus ganz Europa kommen.
Von 1814 bis 1847 stand Lucca unter
bourbonischer Herrschaft und ging dann an das Großherzogtum
der Toskana über. 1860 vereinigte sich die Provinz Lucca
mit dem italienischen Königreich. Berühmte Einwohner von
Lucca waren Luigi Boccherini, Komponist aus dem 18.
Jahrhundert mit seinem Werk Minuetto, Alfredo
Catalani (1854-1893), Komponist der Werke Loreley
und La Wally und schließlich Giacomo Puccini
(1858-1924) mit berühmten Werken wie Madame Butterfly
und La Bohhème.
Zum Schutz gegen Feinde wurde im 16. Jh.
mit dem Bau der Festung auf der römischen Stadtmauer als
Fundament begonnen.
Nach hundert Jahren Bau wurde die Mauer
mit insgesamt 4 km Gesamtlänge fertiggestellt, die noch
heute das Stadtzentrum von Lucca umgibt und auf der man, um das historische Zentrum herum, spazieren
gehen kann.
Sehenswert in der Piazza San Martino
der gleichnamige Dom, von dem man nimmt, dass er im 6.
Jahrhundert erbaut wurde. In der Piazza San Michele
nach der auch die Kirche benannt wurde, befand sich
einst das römische Forum, weshalb man den Platz noch heute in foro bezeichnet. Diese elegante Piazza,
heute Treffpunkt der Einwohner von Lucca, wird von
imposanten Gebäuden wie dem Palazzo Pretorio
eingerahmt. Das Geburtshaus von Giacomo Puccini, heute Sitz
des Museo Puccini liegt westlich der Piazza. Einen
Besuch lohnt außerdem das Museo e la Pinacoteca Nazionale,
im Inneren des Palazzo Mansi, mit einer wichtigen
Gemäldesammlung und römischen Funden.
Der wunderschöne Palazzo
Pfanner ist ein Kleidermuseum mit Kleidungsstücken vom 18. Jahrhundert bis heute, sowie einem
wunderschön angelegten Park. Folgt man weiter der Straße,
kommt man zur Piazza San Frediano mit der
gleichnamigen Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Danach geht es
weiter zur Piazza del Mercato, die auch als Piazza
dell'Anfiteatro bezeichnet wird. Im 2. Jh.n.Chr.
errichteten die Römer hier ihr Amphitheater, auf dessen
Mauern später die umliegenden Häuser errichtet wurden.
Kurz vor der Villa Guinigi, die das Museo
Nazionale beherbert, kommt man an dem Turm Torre Guinigi vorbei, der eines der wichtigsten Monumente von
Lucca ist.
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