Die Villen von Lucca und die Garfagnana
Spricht man von den Villen von Lucca,
spricht man auch von den wunderschönen Villen, welche die
reichen, lucchesischen Familien auf den Hügeln um Lucca
errichteten.
Die wichtigste ist sicherlich die Villa
Mansi, nord-östlich von Lucca. Ganz in der Nähe
befindet sich die Villa Reale von Elisa Baciocchi.
Die Villa Torrigiani in Camigliano wurde im 17. Jh.
von der Familie Buonvisi erbaut.
Nördlich von Lucca befindet sich die Garfagnana,
wie das Tal des Flusses Serchio zwischen den
Apuanischen Alpen im Westen und den Apenninen im Osten
genannt wird. In Celle befindet sich das Casa
Puccini (dt. Puccini-Haus), in dessen Inneren sich das
Museum befindet, das unter Anderem das Klavier, auf dem
Puccini Madame Butterfly komponierte beherbergt.
Danach geht es nach Borgo a Mozzano, wo die Brücke Ponte
della Maddalena, als Ponte del Diavolo (dt.
Teufelsbrücke) bekannt, um das Jahr 1000 entstand. Man
sagt, dass die Gräfin Matilde den Bau der Brücke in
Auftrag gegeben habe. Nach einer Legende soll der Baumeister
es nicht geschafft haben, den Bau termingerecht
fertigzustellen. Deshalb habe er den Teufel um Hilfe
gebeten. Als Lohn verlangte dieser die Seele des ersten
Wesens, das die Brücke überquerte. Der schlaue
Konstrukteur ließ dann ein Schwein als erstes Lebewesen
über die Brücke gehen. Danach verschwand der Teufel mit
einer Schwefelwolke im Fluß Serchio. Von hier aus geht es
dann nach Bagni di Lucca, das bereits von den Römern
für seine wohltuenden Thermen geschätzt wurde.
Auch der mittelalterliche Ort Barga
ist ein Besuch wert, vom Dom S. Cristoforo dominiert. Nach
etwa 4 km erreicht man Castelvecchio Pascoli. Hier
befindet sich auch das Haus von Giovanni Pascoli, in
dessen Inneren sich heute ein Museum befindet. Anschließend
fährt man an Gallicano vorbei, einer kleinen
mittelalterichen Stadt der Eisenindustrie. In der nahen
Umgebung befindet sich die Einsiedelei von Calomini (it.
Eremo di Calomini), der Lago di Trombacco sowie Fornovolasco
mit der wunderschönen Grotte Grotta del Vento, die
diesen Namen auf Grund des starken Windes, der ständig
außerhalb der Grotte weht, erhielt.
Castelnuovo della Garfagnana, der
Hauptort dieses Gebietes wird von der Rocca aus dem 12.
Jahrhundert beherrscht. Hier befindet sich
der Eingang zum Naturpark Parco delle Alpi Apuane,
der sich auf 21.000 ha Fläche ausdehnt. Teil des Parkes ist
auch die Provinz Massa Carrara. Die Apuanischen Alpen
erreichen eine Höhe von fast 2.000 m. Der
Naturpark verfügt über eine reiche Flora und Fauna, wo man
noch heute seltene, vom Aussterben bedrohte Tierarten,
bewundern kann. Die nächste Etappe ist das pittureske Castiglione
di Garfagnana, von einem Mauerring, der im Jahre 1371
von den Herrschern von Lucca erbaut wurde, umgeben. Ganz in
der Nähe befindet sich San Romano in Garfagnana, wo
man die Reste der mittelalterlichen Festung Verrucole
besichtigen kann.
Der Parco Naturale dell'Orecchiella ist ein
kleiner Naturpark, von nur 50 qkm Fläche, an der Grenze zum
Parco del Gigante der Emilia Romagna. Der antike Ort Fabbrica
wurde im Jahr 1947 mit der Fertigstellung des künstlichen
Sees Vagli zur Energieerzeugung überflutet. Der Ort
kommt bei der Trockenlegung des Sees hervor.