Prato, die Hauptstadt der Stoffe
Die Provinz Prato liegt in der
nördlichen Toskana. Sie grenzt im Westen an die Pronvinz
Pistoia, im Süden und im Osten an Firenze und im Norden an
die Emilia Romagna. Der Ort Prato liegt am Fluß Bisenzio,
der von auf der einen Seite von Bergland, und auf der
anderen Seite von einer malerischen Hügellandschaft
eingerahtmt wird.
Obwohl man nicht sicher ist, wann die
Stadt Prato ganau entstand, weisen zahlreiche Funde
darauf hin, dass sie bereits von den Etruskern
besiedelt war. Danach bauten die Römer auf den
Ruinen der antiken etruskischen Siedlung einen Ort, dessen
Name unbekannt ist. Dieser wurde später von den Goten
vernichtet. Die die Langobarden bauten schließlich den Ort
unter dem Namen Borgo al Cornio (dt. Ort am Cornio)
wieder auf. Der langobardische Ort dehnte sich bis zum
Kastell Pratum (1027) aus, im Besitz des Adelsgeschlechts Alberti.
Im 12. Jahrhundert, mit dem Niedergang der Alberti, wurde
Prato eigenständige Kommune. Das war der Beginn des
wirtschaftlichen Aufstieges. Auf Grund der stark
ansteigenden Einwohnerzahl, wurde eine Stadtmauer mit
Wachtürmen errichtet.
Mit dem Beginn der Wollverarbeitung
begann schließlich der wahre wirtschaftliche Aufschwung.
Der Kaufmann Francesco di Marco Datini begann damit,
die Textilindustrie auszubauen und die Wolle in andere
Länder zu verkaufen. Im 14. Jahrhundert fiel der Ort unter
die Herrschaft der guelfischen Florentiner. Im selben
Zeitraum erlebte die Prato seine künstlerische Blütezeit:
der Dom Santo Stefano wurde neu ausgebaut, der Palazzo
Pretorio fertiggestellt sowie die Basilika Santa Maria delle
Carceri nach den Plänen von Sangallo errichtet. Der
Künstler Filippo Lippi (1406 - 1469) hatte genau
in Prato seinen Sitz und hinterließ der Stadt somit
Kunstwerke von unschätzbarem Wert. Auch Prato ging and das
Großherzogtum Toskana, nach dessen Untergang die Stadt
erneut liberal wurde.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts, im
Sinne der Industrialisierung, entwickelte sich Prato in eine
richtige Stadt der Textilindustrie.
Somit begann der enorme
wirtschaftlichen Wachstum dieser Stadt.
Erst 1992 löste sich Prato von
Florenz und wurde eigenständige Provinz. Heute hat Prato
zirca 170.000 Einwohner und ist das größte
Industriezentrum der Toskana. Die Stadt ist im Recycling von
Stoffen führend in Europa, weshalb sie auch als Citta
degli Stracci (dt. Lumpenstadt) bezeichnet wird. Trotz
der industriellen Entwicklung hat Prato ein schönes
historischen Zentrum mit charakteristischen,
mittelalterlichen "Palazzi" und Kirchen sowie
einladenden Geschäften. Von der Schönheit Pratos
überzeugte sich auch Hermann Hesse während seiner
Italienreise im Jahre 1901.