Das Zentrum
Die Piazza del Campo
ist mit Sicherheit
eine der schönsten Plätze Italiens. Im Zentrum der
Piazza befindet sich der Brunnen Fonte Gaia, Werk von
Jacopo della Quercia (1412-1419). Die Piazza del Campo war mit großer
Wahrscheinlichkeit der Marktplatz. An der Piazza befindet
sich der Palazzo Pubblico, dessen Bau im Jahre 1297
begann und heute Sitz des Rathauses ist. Ursprünglich hatte
dieses Gebäude nur drei Stockwerke. Im 14. Jahrhundert
wurden noch weitere Flügel sowie der Turm Torre Mangia
hinzugefügt.
Von dem 102 m hohen Torre Mangia kann man
sowohl die Stadt als auch die gesamte Umgebung von Siena
überblicken. Als höchster Turm überragt er alle Gebäude
der Stadt und ist somit natürlich auch deren Symbol. Der
Name stammt vom ersten Glöckner (it. campanaro), der auf
Grund seiner Faulheit als Mangiaguadagni
(sinngemäße Übersetzung "Taugenichts", jedoch:
it. mangiare = dt. essen; it. guadagno = dt. Lohn)
bezeichnet wurde. Ebenso auf der Piazza der Palazzo
Pubblico mit dem Museo Civico, in dem man
interessante Fresken der bekanntesten sienesischen Künstler
besichtigen kann.
Die reichsten und einflußreichsten
Familien hatten im Mittelalter ihre Palazzi in und um
die Piazza del Campo. Es gab sogar Gesetze, die
vorschrieben, wie der Baustil der Palazzos sein
sollte, damit das Zentrum eine architektonische Einheit
darstellte.
In der Nähe der Piazza del Campo, in der
Via di Città befindet sich die Arkadenhalle Loggia della
Mercanzia, wie der Name bereits
andeutet, handelte es sich einst um der Verhandlungsort von
Bankiers und Händlern. Nicht weit entfernt,der Palazzo Chigi-Saraceni,
heute Sitz der Musikakademie Accademia Musicale
Chigiana. Sehenswert auch der Palazzo Buonsignori mit der Pinacoteca
Nazionale. In dieser kann man eine der
wichtigsten Kunstsammlung der sienesischen Schule aus dem
13. bis 16. Jahrhundert bewundern.
Danach lohnt es sich zur Piazza
Duomo und dem Dom S. Maria Assunta zu gehen. Die
Piazza ist mit ihren 350 m Höhe der höchste Punkt der
Stadt. Man nimmt an, dass die Bauarbeiten des Doms im 12.
Jahrhundert begannen. Erst ein Jahrhundert später wurde er
vollendet. Im 13. Jahrhundert wollte man den Dom noch
vergrößern und somit dem Erzrivalen Florenz Konkurrenz
machen. Florenz hatte erst kürzlich mit dem Bau der Kirche
Santa Maria del Fiore begonnen. Wegen finanzieller und
statischer Probleme konnten die Arbeiten zur Vergrößerung
nicht beendet werden. Noch heute kann man die Bauansätze
erkennen.
Im linken Schiff des Domes befindet sich
der Eingang der ehemaligen Bibliothek des Papstes Pius, die Libreria
Piccolomini, während das nicht zu Ende gebrachte
Seitenschiff das im Jahre 1870 eröffnete Museo
dell'Opera Metropolitana mit Skulpturen von Giovanni
Pisano sowie wichtige Gemälde der sienesischen Schule
beherbergt. Unter den Gemälden befindet sich das Werk Maestà
des Künstlers Duccio Buoninsegna. Da der Dom auf
einem sehr steil abfallenden Hügel erbaut wurde, benötigte
man einen Halt. Aus diesem Grunde errichtete man das Battistero
di S. Giovanni, etwa 14 m unterhalb des Doms. Das Spedale
di Santa Maria della Scala, gegenüber vom Dom, geht
wahrscheinlich auf das erste Jahrhundert zurück.
Nebenan befindet sich das Museo Archeologico Nazionle
Etrusco mit Ausgrabungen aus Siena und Umgebung. Ganz in
der Nähe, das Haus der
heiligen Catarina (casa di S. Caterina), Tochter
einer wohlhabenden sienesischen Familie. Diese trat gegen
den Willen der Familie dem Dominikanerorden bei. Sie wurde
1451 vom Papst heilig gesprochen. 1464 lies sie ihr Haus zu
einer Wallfahrtskirche werden.
Der Bau der Kirche San Domenico geht auf den Dominikanerorden zurück, der einen
Teil des Hügels Spende erhielt, auf dem diese dann eine
Kirche errichteten. Mit der finanziellen Hilfe
einflußreicher Leute schafften sie es schließlich,
zwischen 1226 und 1465, die Backsteinbasilica zu errichten.
Auch hier mußte auf Grund der
steilabfallenden Hügellage eine Krypta (lat. crypta
= unterirdischer Gang, Gewölbe, oftmals Aufbewahrungsort
von Reliquien) hinzugefügt werden. Die Basilica di S.
Francesco, im gotischen Stil, befindet sich in
nord-westlicher Lage der Stadt und wurde zwischen 1328 und
1475 errichtet. Im
Inneren befinden sich interessante Werke von Lorenzetti.
Neben der Kirche befindet sich das zweistöckige Oratorium
von S. Bernardino (15.Jh.) mit Wandfresken sowie anderen
Kunstwerken von Sodoma, Girolamo del Pacchia e Giovanni di
Agostino. Die Basilica di S. Maria dei Servi (13.Jh.)
mit Werken sienesischer Künstler befindet sich im südlichen Teil des
historischen Zentrums. Auch die Basilica di S.Agostino
(13.Jh.), im Westen der Altstadt, beherbergt Werke
sienesischer Künstler.