Von den Crete Senesi über das Orcia-Tal
in das Chiana-Tal
Der mittelalterliche Ort Asciano
befindet sich etwa 26 km süd-westlich von Siena. Im 10.
Jahrhundert stand Asciano unter der Herrschaft des
Grafengeschlechts Scialenga und im 13. Jahrhundert fiel es
unter die Herrschaft der Sienesen. Das Zentrum des Ortes ist
die Piazza del Grano (dt. der Kornplatz) mit einem
wunderschönen Brunnen. Man sollte sich die aus dem 11.
Jahrhundert stammende Collegiata di S. Andrea (die
Stiftskirche des hl. Andreas) ansehen. Direkt daneben
befindet sich das Museo dell'Arte Sacra. Im Corso
Matteotti befindet sich das etruskische Museum. Von hier aus
geht es direkt in zum mittelalterlichen San Quirico
d'Orcia im Orcia-Tal. Der Ort hat etruskische Wurzeln,
gewann allerdings erst auf Grund seiner strategischen Lage
an der Via Cassia, an Bedeutung.
Über Jahrhunderte
hinweg war er Streitmotiv zwischen Florenz und Siena.
Sehenswert, die Collegiata, die im 9. Jahrhundert errichtet
wurde. In ihrer heutigen Form wurde sie allerdings erst im
14. Jahrhundert fertiggestellt. Dahinter befindet sich der Palazzo
Chigi. Nach 6 km kommt man nach Bagno Vignoni,
ein Thermalort, der nur aus wenigen Häusern besteht, dessen
Zentrum eine riesige Wanne mit Thermalwasser ist. Castiglione
d'Orcia befindet sich auf einem Felsen, der über das
gesamte Orciatal blickt. Auf dem höchsten Punkt befindet
sich die Ruine der antiken Festung der Familie
Aldobrandesco, von der aus man einen atemberaubenden Blick
über das gesamte Orcia-Tal bis zum Monte Amiata genießen
kann.
Pienza wurde einst Corsignano
genannt. Hier wurde Eneo Silvio Piccolomini geboren,
der 1458 Papst Pio II. wurde. Ein Jahr später gab er
Bernardo Rosselino den Auftrag, in seinem Geburtsort den
Palazzo del Papa (dt. Papstgebäude) mit Kathedrale
errichten zu lassen, sowie Gebäude für die Kardinäle und
deren Untertanen. Es sollte die ideale Stadt (it. città
ideale) werden. Insgesamt wurden mehr als 30 Gebäude
erbaut, deren Bau mit dem Geld der Kirche finanziert wurde.
Später benannte der Papst Corsignano in Pienza um.
Sehenswert sind die Piazza Pio II mit dem wunderschönen
Brunnen aus dem Jahre 1462.
Oberhalb des Brunnens befindet
sich die Cattedrale dell'Assunta (dt. Kathedrale der
Heiligen Maria). Rechts nebenan, das Pfarrhaus, das heute
das Museo della Cattedrale (dt. Dommuseum) ist.
Daneben befindet sich der Palazzo Vescovile (dt.
Bischofspalast).
Der Palazzo Comunale befindet sich
gegenüber des Doms und geht auf das 14. Jahrhundert
zurück. Auf der Piazza Pio befindet sich außerdem
der Palazzo Piccolomini, von dem aus der Papst seinen
geliebten Blick über die Hügellandschaft genoß. Weiterhin
sehenswert ist die Pfarrei Pieve di Corsignano, in
der Papst Pius II. getauft wurde.
Montepulciano
ist in der gesamten Welt für seinen hochwertigen Rotwein
Vino Nobile di Montepulciano berühmt. Der Hügelort
war bereits von den Etruskern besiedelt, wurde allerdings
zum ersten Mal in Dokumenten des 1. Jahrhunderts unter
dem Namen Castrum Politianum erwähnt. Im 12.
Jahrhundert war der Ort ständiges Streitobjekt zwischen
Florenz, Siena und Arezzo. 1232 wurde der Ort völlig
von den Sienesen zerstört. In den darauffolgenden
Jahren wechselten sich Siena und Florenz als Herrschaftsmächte
ab. Erst im 16. Jahrhundert stand Montepulciano definitiv
unter der Herrschaft von Florenz. Das führte zu einer
Beruhigung der gesamten Situation. Tatsächlich gehen
fast alle antiken Gebäude auf diese Zeit zurück, weshalb
man sie auch als Perle des 16. Jahrhunderts, die perla
del cinquecento bezeichnet.
Zwei
Kilometer vor Montepulciano befindet sich die Renaissance-Kirche
S. Biagio, ein Meisterwerk von Antonio
da Sangallo il Vecchio, die zwischen 1518 und 1545
errichtet wurde. Erreicht man schließlich Montepulciano,
so ist die Porta al Prato der Eingang der Stadtmauer,
welcher in die Altstadt führt. Entlang des so genannten
"Corso", praktisch die Hauptstraße
im historischen Zentrum, befinden sich zahlreiche
prächtige Gebäude aus dem 16. Jahrhundert stammend.
Direkt in der Piazza Manin befindet sich der
Turm Torre del Pulcinella aus dem Jahre 1524.
Außerdem kann man das Geburtshaus Casa del Poliziano
des Poeten und Philosophen Agiolo Ambrogini (1454
- 1494), der als Poliziano bezeichnet wurde, bewundern.
Er hat der Via del Poliziano ihren Namen gegeben,
durch die man zur Kirche S. Maria dei Servi
kommt.
In der Piazza Grande, dem Zentrum der Stadt,
findet man sowohl Gebäude im Renaissance- als auch
im gotischen Stil. Darunter der Palazzo Pubblico,
ein Werk von Michelozzi und der Dom.
Weitere wichtige Gebäude wie der Palazzo dei Nobili
Tartarugi (das Haus der Adelsfamilie Tartarugi),
nach Plänen von Sangallo errichtet, der Palazzo
Contucci und das Gebäude Pozzo dei Grifi e
dei Leoni. Der Palazzo Neri Oselli ist
heute Sitz des Museo Civico.
Von Montepulciano geht es dann weiter in
süd-östliche Richtung. Nach etwa 10 km erreicht man den
Ort Chianciano Terme. Dieser befindet sich in etwa
550 m Höhe und hat sich erst im Laufe des 20. Jahrhunderts
zum Thermalort entwickelt.
Im Inneren der Stadtmauern
befindet sich die Piazza Matteotti die zahlreiche
kleine Kunstschätze im romanischen und Renaissancestil
verwahrt. Das Museo d'Arte Sacra (dt. Museum der
Heiligenkunst) befindet sich im Palazzo dell'Arcipretura
mit Werken von Duccio da Buoninsegna. Das archäologische
Museum bewahrt zahlreiche etruskische und römische Funde
der Gegend auf. Archäologieliebhaber sollten unbedingt Chiusi
besuchen. Die Stadt war bereits von den Etruskern besiedelt
und man sagt, dass es sich hier um eine der ältesten
etruskischen Städte handelt. Außerdem war Chiusi der
Regierungssitz von Porsenna, der Rom besiegte. Man sollte
sich den Dom aus dem 12. Jahrhundert mit dem Dommuseum sowie
das Museo Archeologico Nazionale mit etruskischen Gräbern
ansehen.