Seit Jahren sind der Chianti, in
seiner charkateristischen Korbflasche und dem
schwarzen Hahn ("gallo nero") auf dem
Etikett, die Symbole, welche die Toskana weltweit
repräsentieren.
Die Wurzeln des Chianti-Weines liegen
bereits bei den Etruskern, in deren Sprache "clante"
Wasser bedeutete.
Bleibt die Frage, wie kommt es zum Symbol
des Chianti-Weins, dem "gallo nero"? Eine Legende
besagt, dass die Herkunft des schwarzen Hahns im 13.
Jahrhunderts liegt, als die Republiken Florenz und Siena
sich um die territorialen Grenzen stritten. Um diese
endgültig festzulegen, wurde beschlossen, dass jede
Republik einen Ritter beim ersten Hahnenschrei am Morgen
losschickte und der Ort des Zusammentreffens die Grenze
wäre. Daraufhin begannen die Sienesen, die einen weißen
Hahn besaßen, diesen so sehr zu füttern, dass dieser
fett und faul wurde. Die Florentiner hingegen
besaßen einen schwarzen Hahn, dem sie gerade einmal
so viel zu Essen gaben, dass er nicht verhungerte. Am Tage
der Herausforderung wurde der Hahn vor Hunger bereits vor
Sonnenaufgang wach und begann zu krähen. Dieser Vorteil
erlaubte es dem florentinischen Ritter, bereits Fonterutoli,
in der Nähe von Siena, vor dem Sienesischen Ritter zu
erreichen. Später wurde dieser schwarze Hahn dann das
Symbol der Lega del Chianti (dt. Chiantibund).
Die unterschiedlichen Weinqualitäten
Das gesamte komplexe System der
Weinklassifizierung und Benennung liegt in der Etikette.
Tatsächlich gibt diese die wesentlichen Informationen über
den Wein und seine Charakteristiken, die von der EG genormt
wurden. Jede Etikette sollte nach EG-Vorschriften über
folgende Merkmale verfügen:
- Name (z. B. Chianti, Frascati, etc.)
- Kategorie (Vino da Tavola, DOC, etc.)
- Name oder Nummer des Abfüllers
- Alkoholgehalt
- Inhalt in Litern
- Sowie, im Falle von lieblichen oder süßen Weinen,
gibt man noch den Restzuckergehalt mit einem
"+" an (z.B. 10+2% vol.)
Zusätzlich findet man noch Empfehlungen,
zu welchen Gerichten der Wein gut passt.
Meist haben die Etiketten von Weinen,
italienischer Herkunft, Bezeichnungen, mit denen man wenig
anfangen kann:
"Vino da Tavola" ist die niedrigste
Qualitätsstufe. Hier handelt es sich keinesfalls um eine
Farbeinstufung, sondern um einen eher einfachen Wein, dessen
Trauben auch unterschiedlicher Herkunft sein können, um
somit einen Wein mit fruchtig-harmonischem Charakter zu
erhalten. Diese Qualitätsstufe entspricht dem deutschen
Tafelwein.
IGT, steht für
"Indicazione Geografica Tipica" (dt. Geographische
Angabe) das heißt, die Herkunftsregion (Toskana, Emilia
Romagna etc.), die Rebsorte (z. B. Sangiovese) sowie der
Jahrgang werden angegeben. Diese Bezeichnung entspricht dem
deutschen Landwein.
Danach folgt die Bezeichnung DOC,
das ist die italienische Abkürzung für "Denominazione di
Origine Controllata", was übersetzt Wein mit
kontrollierter Herkunftsbezeichnung bedeutet. Diese
Bezeichnung findet man auf der Etikette, direkt unter dem
Namen. Es handelt sich hier um Weine einer bestimmten Gegend
mit bestimmten Charkateristiken, die von dem DOC-Konsortium
festgelegt und kontrolliert werden. Die Konsortien legen
nicht nur die zu produzierenden Weinsorten und die Menge
fest, sondern auch die Verarbeitung der Trauben bis zum
Einfüllen des Weines in die Flaschen sowie die Lagerung.
Bevor die DOC-Weine in den Handel gebracht werden,
unterzieht man sie genauesten chemischen Untersuchungen.
DOCG bedeutet Denominazione di
Origine Controllata e Garantita (dt. Wein mit
kontrollierter und garantierter Herkunft). Nur etwa 20 Weine
in gesamt Italien dürfen diese Bezeichnung tragen. Das
Gesetz bestimmt hier, dass jede einzelne Flasche von der
italienischen Republik ausgezeichnet wird. Die
DOCG-Bezeichnung ist für Weine einer ganz besonders guten
Qualität bestimmt, die mindestens fünf Jahre die
Bezeichnung DOC tragen haben müssen, um in die nächst
höhere Klasse übergehen zu können. Auch hier werden ganz
genaue Kontrollen durchgeführt. Die italienischen DOC- und
DOCG-Bezeichnungen entsprechen dem deutschen Qualitätswein.
Das DOC- bzw. DOCG-System entstand im
Jahre 1963. Der erste Wein, dessen Herkunftsort kontrolliert
wurde ist der namenhafte, toskanische Vernaccia di San
Gimignano. Danach folgten innerhalb kurzer Zeit der Chianti
sowie der Brunello di Montalcino, ebenso toskanischer
Herkunft. Seit den achtziger Jahren werden viele
Qualitätsweine als einfache "Vino da Tavola" in den
Handel gebracht, jedoch zu Preisen, wie die der DOC-Weine.
Es handelt sich hier um neu kreierte Weine, für die der
Hersteller es vermeiden wollte, den langen, italienischen
Behördengang zur Anerkennung als Qualitätswein zu
erhalten. So ging es auch bis vor wenigen Jahren dem
berühmten "Sassiccaia".
Der Unterschied zwischen Chianti und
Chianti Clasico
Nach einem Regierungsbeschluß aus dem
Jahre 1932, umfaßt das Chianti-Gebiet das gesamte
Gebiet um Florenz, die Hügel des Chianti, das Elsa-Tal und
Siena. Der Chianti Classico wird durch eine besondere
Weinherstellung gewonnen. Insgesamt sind neun Gemeinden Teil
des Gebietes des "Chianti Classico":
Castellina in Chianti, Gaiole in Chianti, Greve in Chianti,
Radda in Chianti, Barberino Val d'Elsa, Castelnuovo
Berardenga, Poggibonsi, S. Casciano in Val di Pesa und
Tavarnelle in Val di Pesa. Auf Grund des steigenden
Interesses für toskanischen Wein, sowie um die Qualität
des Weines zu verbessern und zu schützen, sind innerhalb
der letzten Jahre die Toskanischen Weinstraßen entstanden.
Entlang der Toskanischen Weinstraßen kann man - neben dem
Verkosten weltberühmter Weine - wunderschöne Ortschaften
besuchen, die schon für sich eine Reise wert sind. Heute
existieren 14 Toskanische Weinstraßen. Von Norden in
Richtung Süden und von Westen nach Osten, befahren wir nun
die Weinstraßen der Toskana.
1. Strada del Vino dei Colli di Candi e
di Lunigiana (Die Weinstraße der Hügel von Candi und der
Lunigiana)
Dies ist die Weinstraße, die sich im
nördlichsten Teil der Toskana befindet. Im Nord-Osten
grenzt sie an die Emilia Romagna und im Nord-Westen an die
Region Ligurien. Wir beginnen unsere Reiseroute in Pontremoli
und fahren dann nach Fosdinovo mit dem berühmten Castello
Malaspina. Anschließend fahren wir nach Carrara,
berühmt für den wertvollen Carrara-Marmor, aus dem auch
der sehenswerte Dom errichtet wurde. Danach ist Massa
einen Besuch wert, wo sich ein weiteres Schloß der Familie
Malaspina befindet. Darüberhinaus sollte man den Dom und
die berühmte Kirche San Rocco besuchen. Die nächste
Station ist Capanne, südlich von Massa gelegen. Der
Wein, der in diesem Gebiet produziert wird, ist der
sogenannte Candia. Es handelt sich hier um einen sehr
leichten Weißwein, ideal für Fischgerichte.
2. La strada del vino delle Colline
Lucchesi e Montecarlo - Die Weinstraße der Hügel um Lucca
und Montecarlo
Diese Straße befindet sich süd-östlich
des Gebietes des Candia-Weines. Die Reiseroute beginnt in Lucca
mit dem imposanten Dom San Martino, der berühmten Piazza
di Mercato sowie die berühmten Villen um Lucca. Von Santo
Stefano in Richtung San Quirico di Moriano
weiterfahrend, kommt man zum Ponte a Moriano
(Moriano-Brücke). Von hier aus fährt man weiter über Colle,
Valgiano und Gragnano, bis man Montecarlo
erreicht. Hier wird sowohl Rot- als auch Weißwein
produziert.
3. La Strada Medicea dei Vini di
Carmignano - Die Medici-Weinstraße von Carmignano
Diese Straße ist antiker oder besser
gesagt adliger Herkunft und schlängelt sich durch die
Provinz Prato, in einem Gebiet, reich an
Geschichte. In Orten wie Poggio a Caiano, Artimino
und Carmignano werden DOC-Weine wie der Barco Reale
di Carmignano oder der Carmignano Rosato oder der Carmignano
Rosso sowie Carmignano Rosso di Riserva (beides DOCG-Weine)
produziert.
4. La Strada dei Vini Chianti Rùfina e
Pomino - Die Weinstraße des Chianti Rùfina und Pomino
Hier befinden wir uns nord-östlich von
Florenz, zwischen dem Mugello und dem Casentino, an den
Grenzen der Region Emilia Romagna. Wie bereits der Name
verrät, handelt es sich hier um ein Nebengebiet des
Chianti. Diese Weinstraße war die erste in der Toskana. In
süd-westliche Richtung fahrend, beginnen wir unseren
Ausflug in Pontassieve sull'Arno nach Rùfina
mit der Medicivilla Poggio Reale, die heute das
geschichtliche Weinmuseum Museo della Vite e del Vino
beherbergt. Danach fahren wir weiter nach Londa.
Nicht weit entfernt befinden sich berühmte Orte wie Borgo
San Lorenzo und das Ombrosa Tal (Vallombrosa). Die Weine
dieses Gebietes sind der Rotwein Chianti Rùfina
(DOCG) und der Weißwein Bianco Pomino (DOC).
5. La strada del vino delle Colline
Pisane - Die Weinstraße der pisanischen Hügel
Von San Miniato aus fährt man
über die pisanischen Hügel in Richtung Pisa. Hier
werden Rotweine wie der Chianti sowie der Chianti delle
Colline Pisane produziert, die beide DOCG-Weine sind. Obwohl
es sich hier auch um Chianti-Weine handelt, sind diese etwas
delikater und leichter. Andere DOC-Weine dieses Gebietes
sind die Weißweine Bianco Pisano di San Torpé und Colli
dell'Etruria Centrale.
6. La strada del vino di Montespertoli -
Die Weinstraße von Montespertoli
Montespertoli befindet sich etwa 30 km,
süd-westlich von Florenz entfernt. Auch die Weine, die in
dieser Gegend produziert werden, gehören zum Chianti. Die
DOCG-Weine sind der Chianti di Montespertoli und der Chianti
Colli sowie der DOC-Wein Colli dell'Etruria Centrale.
7. La strada del Vino Chianti Colli
Fiorentini - Die Weinstraße des Chianti der florentinischen
Hügel
Dieses Land wird vom gesamten Gebiet um
die toskanische Hauptstadt Florenz umfaßt. Die Reise
beginnt süd-westlich von Florenz mit Tavarnelle Val di
Pesa. Anschließend fährt man durch Orte wie Montelupo
Fiorentino (weltweit bekannt für die hier
produzierten Keramikwaren), Lastra a Signa, Scandicci
und Florenz. Oder, süd-östlich von Florenz,
beginnend mit Ponte agli Stolli in Richtung Figline
Valdarno, Reggello, Rignano, Impruneta
(Herstellung von Terrakottatöpfen) und am Ende Fiesole
mit der Kathedrale San Romolo. Der "Chianti dei
Colli Fiorentini" wird als DOCG-Wein klassifiziert.
Dieses Gebiet ist außerdem die Heimat der berühmten
florentinischen Familie Antinori, deren Weinkeller über
Italiens Grenzen hinaus von sich Reden machen. Das Gebiet
östlich von Florenz produziert Weine von höherem Körper.
8. La Strada del Vino Vernaccia di San
Gimignano -
Die Weinstraße des "Vernaccia di
San Gimignano"
San Gimignano befindet sich in
nord-westlicher Lage von Siena. Die Tour entlang dieser
Weinstraße beginnt in ihrem südlichsten Teil, Castel
San Gimignano, bis San Gimignano, auch als das
"Manhattan des Mittelalters" bezeichnet. Die
nächste Station ist Pancole, gefolgt von Libbiano,
in nord-östlicher Lage. Danach folgen Sant'Andrea
und Bibbiano. "La Vernaccia" wurde bereits
im 14. Jahrhundert erwähnt. Als DOCG Weine ausgezeichnet
sind: der Weißwein "Vernaccia di San Gimignano"
und der Rotwein "Chianti Colli Senesi", während
die Rotweinsorte "Colli dell'Etruria Centrale" und
der Weißwein "San Gimignano" als DOC-Weine
prämiert wurden.
9. La Strada del Vino Terre di Arezzo -
Die Weinstraße Boden von Arezzo
Dieses Gebiet befindet sich süd-östlich
von Florenz und ist für den dort produzierten Weißwein
berühmt. Der Ausflug beginnt in Cortona, von dessen
Stadtmauer man eines der malerischsten Täler Italiens
bewundern kann: das Val di Chiana (Chianatal), das sich bis
zum Lago di Trasimeno (Trasimener See) und den Monte Amiata
ausdehnt. Fährt man von hier aus in nördliche Richtung,
befindet sich auf halber Strecke zwischen Cortona und
Arezzo, Castiglion Fiorentino, dessen historisches
Zentrum einen Besuch wert ist. Die nächste Station ist Arezzo,
die Stadt, der es gelungen ist, ihre etruskische Herkunft zu
bewahren. Fährt man in nord-westliche Richtung weiter, so
kommt man an Orten wie Castiglion Fibocchi, Loro
Ciufenna und Castelfranco di Sopra vorbei. Von San
Giovanni Valdarno kehren wir nun wieder in südliche
Richtung über Cavriglia, Montevarchi, Civitella
in Chianti, Monte San Savino bis Foiano della
Chiana zurück. Die dort produzierten Weißweine wurden
mit der Auszeichnung DOC prämiert und sind unter dem Namen
"Bianco Vergine di Valdichiana" erhältlich. Auch
hier wird der als DOCG prämierte "Chianti"
produziert.
10. La Strada del Vino Costa degli
Etruschi - Die Weinstraße der Etruskerküste
12. La Strada del Vino Montecucco - Die
Weinstraße des Montecucco
Auch die Weinstraße des Montecucco ist
Teil der vier maremmanischen Weinstraßen. Sie befindet sich
im Landesinneren, in Richtung des Monte Amiata. Im Nord
befindet sich Bagno di Petriolo und geht dann über Civitella
Marittima bis zum Zentrum dieses Gebietes Cinignano.
Von dort aus geht es in westliche Richtung über den Montecucco,
nach dem die Straße benannt ist, bis Campagnatico.
In östliche Richtung geht es über Monticello, Castel
del Piano (Torre dell'Orologio), Seggiano bis Ansedonia.
13. La Strada del Vino Nobile di
Montepulciano - Die Weinstraße des Vino Nobile di
Montepulciano
Das Gebiet des "Vino Nobile di
Montepulciano" befindet sich zwischen dem Val d'Orcia
und dem Val di Chiana, welches im Osten an die Region
Umbrien angrenzt. Im Norden beginnt die Straße mit Abbadia
in Richtung Montepulciano, über Cervognano, Acquaviva
bis S. Albino. Erst nach zwei Jahren Lagerung in
Eichen- oder Kastanienfässern darf sich dieser Wein Nobile
di Montepulciano nennen. Dieser Wein erhielt als erster
die Auszeichnung DOCG und ist auch im Ausland einer der
bedeutendsten italienischen Rotweine. Bereits im 17.
Jahrhundert wurde er von Francesco Redi als
"König" der toskanischen Weine bezeichnet. Der
als DOC prämierte "Vino Rosso" di Montepulciano
hingegen wird nicht in Holzfässern gelagert und ist zum
unmittelbaren Konsum bestimmt.
14. La Strada del Vino Colli di Maremma -
Die Weinstraße der maremmanischen Hügel
Dieses Gebiet befindet sich im Süden der
Provinz Grosseto. Beginnt man mit der Reise im südlichsten
Teil, beginnt man mit Capalbio und fährt von dort in
Richtung Magliano in Toscana, bis Scansano
(Morellino di Scansano). Von Scansano geht es dann
weiter in nördliche Richtung, bis man in Istia d'Ombrone
an die Grenze dieser Weinstraße stößt. In der
entgegengesetzten Richtung befindet sich Pitigliano
(auf einem Tuffsteinfelsen errichtet), in dessen Umgebung
der Bianco di Pitigliano angebaut wird. Es lohnt sich
ein Abstecher zu den Thermen von Saturnia. Zurück
zur Küste geht es dann über Manciano bis Orbetello.
Der als DOC prämierte Morellino di Scansano ist ein
Rotwein von sehr intensiver Farbe, der hervorragend zu den
typisch maremmanischen Gerichten paßt. Der DOC-Weißwein Bianco
di Pitigliano hingegen, ist der ideale Begleiter zu
Fischgerichten.
Nicht zu vergessen sind natürlich auch
die Weine des Montalcino in der Provinz Siena. Der Brunello
di Montalcino muß etwa 50 Monate in Holzfässern ruhen.
Um auf der Etikette die Bezeichnung Riserva tragen zu
können, muß dieser allerdings etwa 5 Jahre in Holzfässern
lagern. Der Rosso di Montalcino, kleiner Bruder des
Brunello, hat eine wesentlich kürzere Lagerung von etwa 10
Monaten. Auf Grund der Nähe zu Pienza, ist der Brunello di
Montalcino der ideale Wein, um den herrlichen Schafskäse Pecorino
di Pienza sowie die typischen Gerichte dieses Gebietes,
wie zum Beispiel Wildgerichte, kosten zu können.