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Beschreibung
Torre
delle Cannelle befindet sich in der südlichen
Toskana, an der Küste im Parco Naturale della
Maremma, ca. 4 km von Talamone entfernt.
Es handelt sich um einen Turm aus dem 16. Jahrhundert
im spanischen Stil, der heute eine einzigartige
Ferienunterkunft ist, weit ab von Straßen und
Wohnvierteln, umgeben von einer einzigartigen Natur
und auf einem steil ins Meer abfallenden Felsen liegt.
Die noch relativ unberührte Gegend des Naturparks hat
ein sehr mildes Klima und ist von sanften Hügeln,
Sümpfen, Pinienwäldern, weit reichenden Feldern und
Wiesen sowie langen Naturstränden und Klippen
gekennzeichnet.
Die
Geschichte
Die
Maremma war zwischen dem 10. und 14.
Jahrhundert von der Adelsfamilie Aldobrandeschi
sowie den Sienesen heiß umkämpft. Die ständigen
Streitereien führten zu einer starken Verarmung der
Gegend und hatten auch eine starke Verringerung der
Bevölkerung sowie der öffentlichen Sicherheit zur
Folge. Daher nahm zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert
die Piraterie an der Küste stark zu. Die Piraten
überfielen nicht nur Schiffe sondern auch das Festland
der Küstenregion. Um sich vor den Piraten zu schützen,
wurde mit der Errichtung von Wachtürmen in
strategischen Positionen begonnen. Während der
sienesischen Herrschaft wurden allerdings nur wenige
errichtet. Erst ab 1532, unter der spanischen
Herrschaft von Don Pedro di Toledo, dem 2. König von
Neapel, wurde die Errichtung eines Wachturmnetzes an
der Küste beschlossen.
Die
Türme hatten im Allgemeinen eine Höhe von etwa 15 m
und waren jeweils etwa 3 Meilen vom nächsten entfernt.
Sie waren nicht sehr groß, da sie keine wirkliche
Verteidigungs- sondern eine Wachfunktion ausübten und
daher auch nicht überfallen wurden. Im Turm befand
sich normalerweise nur ein Wächter. Der Stil der Türme
war immer der gleiche: quadratischer Grundriss,
komplett aus Stein errichtet, mit einem schuhförmigen
Fundament, meist mit Dachterrasse und von einem
Mauergürtel umgeben. Die Eingangstür befand sich auf
der sicheren Seite, das heißt in Richtung Festland.
Die einzigen Öffnungen waren kleine Schießscharten für
die Wachen.
Im
Jahre 1737, nach der spanischen Besetzung, folgten
kamen die Lothringer an die Macht. Sie begannen mit
einer Reorganisation des ineffizienten Heeres, indem
sie die Struktur an das österreichische Modell
anpassten, sodass die Türme von da an mit Kanonieren
und Soldaten besetzt wurden. Später, um Kosten
einzusparen, begann Peter Leopold damit, die Türme zu
entwaffnen und zu verkaufen, da er meinte, sie seien
unnütz und zu teuer für die Wirtschaft des
Großherzogtums. Diese Sparmaßnahmen waren so fatal,
dass er im Jahre 1799 vor den Bourbonen nach
Österreich flüchten musste. Noch heute finden wir
entlang der Küste 12 der von den Spaniern errichteten
Wachtürme.
Der
Wachturm Torre delle Cannelle, gemeinsam
mit vier weiteren Türmen - jene von Poggio Raso,
Capo d'Uomo, Mulinaccio und
Talamonaccio - hatten die Aufgabe, die Bucht von
Talamone vor möglichen Angreifern zu schützen.
Der Bau von Torre delle Cannelle geht mit größter
Wahrscheinlichkeit auf das Jahr 1565 zurück. Nach der
Bourbonen-Herrschaft verfiel der größte Teil der
Wachtürme. Tatsächlich ist im Leopoldinischen Kataster
des Jahres 1824 zu lesen, dass Torre delle
Cannelle in einem sehr schlechten Zustand ist.
Im 20. Jahrhundert wurde der Turm in eine
Meeresresidenz umgewandelt. Heute ist dies ein
einzigartiger Ort, auf einem steil ins Meer
abfallenden Felsen gelegen. Hier kann man einen
herrlichen Urlaub in der Einsamkeit der noch
unberührten Natur des Parco Naturale della Maremma
verbringen.
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